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| BGB 4. Buch hier: Gütergemeinschaft III: §§ 1483 - 1557 |
e) Fortgesetzte Gütergemeinschaft § 1483.
(1) Die Ehegatten können durch Ehevertrag vereinbaren, daß die Gütergemeinschaft nach
dem Tode eines Ehegatten zwischen dem überlebenden Ehegatten und den gemeinschaftlichen
Abkömmlingen fortgesetzt wird. Treffen die Ehegatten eine solche Vereinbarung, so wird
die Gütergemeinschaft mit den gemeinschaftlichen Abkömmlingen fortgesetzt, die bei
gesetzlicher Erbfolge als Erben berufen sind. Der Anteil des verstorbenen Ehegatten am
Gesamtgut gehört nicht zum Nachlaß; im übrigen wird der Ehegatte nach den allgemeinen
Vorschriften beerbt.
(2) Sind neben den gemeinschaftlichen Abkömmlingen andere Abkömmlinge vorhanden, so
bestimmen sich ihr Erbrecht und ihre Erbteile so, wie wenn fortgesetzte Gütergemeinschaft
nicht eingetreten wäre.
§ 1484.
(1) Der überlebende Ehegatte kann die Fortsetzung der Gütergemeinschaft ablehnen.
(2) Auf die Ablehnung finden die für die Ausschlagung einer Erbschaft geltenden
Vorschriften der §§ 1943 bis 1947, 1950, 1952, 1954 bis 1957, 1959 entsprechende
Anwendung. Steht der überlebende Ehegatte unter elterlicher Sorge oder unter
Vormundschaft, so ist zur Ablehnung die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts
erforderlich. Dies gilt auch für die Ablehnung durch den Betreuer des überlebenden
Ehegatten.
(3) Lehnt der Ehegatte die Fortsetzung der Gütergemeinschaft ab, so gilt das gleiche wie
im Falle des § 1482.
§ 1485.
(1) Das Gesamtgut der fortgesetzten Gütergemeinschaft besteht aus dem ehelichen
Gesamtgute, soweit es nicht nach § 1483 Abs. 2 einem nicht anteilsberechtigten
Abkömmlinge zufällt, und aus dem Vermögen, das der überlebende Ehegatte aus dem
Nachlasse des verstorbenen Ehegatten oder nach dem Eintritte der fortgesetzten
Gütergemeinschaft erwirbt.
(2) Das Vermögen, das ein gemeinschaftlicher Abkömmling zur Zeit des Eintritts der
fortgesetzten Gütergemeinschaft hat oder später erwirbt, gehört nicht zu dem
Gesamtgute.
(3) Auf das Gesamtgut finden die für die eheliche Gütergemeinschaft geltenden
Vorschriften des § 1438 Abs. 2, 3 entsprechende Anwendung.
§ 1486.
(1) Vorbehaltsgut des überlebenden Ehegatten ist, was er bisher als Vorbehaltsgut gehabt
hat oder was er nach § 1418 Abs. 2 Nr. 2, 3 als Vorbehaltsgut erwirbt.
(2) Sondergut des überlebenden Ehegatten ist, was er bisher als Sondergut gehabt hat oder
was er als Sondergut erwirbt.
§ 1487.
(1) Die Rechte und Verbindlichkeiten des überlebenden Ehegatten sowie der
anteilsberechtigten Abkömmlinge in Ansehung des Gesamtgutes der fortgesetzten
Gütergemeinschaft bestimmen sich nach den für die eheliche Gütergemeinschaft geltenden
Vorschriften der §§ 1419,1422 bis 1428, 1434, des § 1435 Satz 1, 3 und der §§ 1436,
1445; der überlebende Ehegatte hat die rechtliche Stellung des Ehegatten, der das
Gesamtgut allein verwaltet, die anteilsberechtigten Abkömmlinge haben die rechtliche
Stellung des anderen Ehegatten.
(2) Was der überlebende Ehegatte zu dem Gesamtgut schuldet oder aus dem Gesamtgut zu
fordern hat, ist erst nach der Beendigung der fortgesetzten Gütergemeinschaft zu leisten.
§ 1488.
Gesamtgutsverbindlichkeiten der fortgesetzten Gütergemeinschaft sind die
Verbindlichkeiten des überlebenden Ehegatten sowie solche Verbindlichkeiten des
verstorbenen Ehegatten, die Gesamtsgutsverbindlichkeiten der ehelichen Gütergemeinschaft
waren.
§ 1489.
(1) Für die Gesamtgutsverbindlichkeiten der fortgesetzten Gütergemeinschaft haftet der
überlebende Ehegatte persönlich.
(2) Soweit die persönliche Haftung den überlebenden Ehegatten nur infolge des Eintritts
der fortgesetzten Gütergemeinschaft trifft, finden die für die Haftung des Erben für
die Nachlaßverbindlichkeiten geltenden Vorschriften entsprechende Anwendung; an die
Stelle des Nachlasses tritt das Gesamtgut in dem Bestande, den es zur Zeit des Eintritts
der fortgesetzten Gütergemeinschaft hat.
(3) Eine persönliche Haftung der anteilsberechtigten Abkömmlinge für die
Verbindlichkeiten des verstorbenen oder des überlebenden Ehegatten wird durch die
fortgesetzte Gütergemeinschaft nicht begründet.
§ 1490.
Stirbt ein anteilsberechtigter Abkömmling, so gehört sein Anteil an dem Gesamtgute nicht
zu seinem Nachlasse. Hinterläßt er Abkömmlinge, die anteilsberechtigt sein würden,
wenn er den verstorbenen Ehegatten nicht überlebt hätte, so treten die Abkömmlinge an
seine Stelle. Hinterläßt er solche Abkömmlinge nicht, so wächst sein Anteil den
übrigen anteilsberechtigten Abkömmlingen und, wenn solche nicht vorhanden sind, dem
überlebenden Ehegatten an.
§ 1491.
(1) Ein anteilsberechtigter Abkömmling kann auf seinen Anteil an dem Gesamtgute
verzichten. Der Verzicht erfolgt durch Erklärung gegenüber dem für den Nachlaß des
verstorbenen Ehegatten zuständigen Gerichte; die Erklärung ist in öffentlich
beglaubigter Form abzugeben. Das Nachlaßgericht soll die Erklärung dem überlebenden
Ehegatten und den übrigen anteilsberechtigten Abkömmlingen mitteilen.
(2) Der Verzicht kann auch durch Vertrag mit dem überlebenden Ehegatten und den übrigen
anteilsberechtigten Abkömmlingen erfolgen. Der Vertrag bedarf der notariellen
Beurkundung.
(3) Steht der Abkömmling unter elterlicher Sorge oder unter Vormundschaft, so ist zu dem
Verzichte die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts erforderlich. Dies gilt auch für den
Verzicht durch den Betreuer des Abkömmlings.
(4) Der Verzicht hat die gleichen Wirkungen, wie wenn der Verzichtende zur Zeit des
Verzichts ohne Hinterlassung von Abkömmlingen gestorben wäre.
§ 1492.
(1) Der überlebende Ehegatte kann die fortgesetzte Gütergemeinschaft jederzeit aufheben.
Die Aufhebung erfolgt durch Erklärung gegenüber dem für den Nachlaß des verstorbenen
Ehegatten zuständigen Gerichte; die Erklärung ist in öffentlich beglaubigter Form
abzugeben. Das Nachlaßgericht soll die Erklärung den anteilsberechtigten Abkömmlingen
und, wenn der überlebende Ehegatte gesetzlicher Vertreter eines der Abkömmlinge ist, dem
Vormundschaftsgerichte mitteilen.
(2) Die Aufhebung kann auch durch Vertrag zwischen dem überlebenden Ehegatten und den
anteilsberechtigten Abkömmlingen erfolgen. Der Vertrag bedarf der notariellen
Beurkundung.
(3) Steht der überlebende Ehegatte unter elterlicher Sorge oder unter Vormundschaft, so
ist zu der Aufhebung die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts erforderlich. Dies gilt
auch für die Aufhebung durch den Betreuer des überlebenden Ehegatten.
§ 1493.
(1) Die fortgesetzte Gütergemeinschaft endigt mit der Wiederverheiratung des
überlebenden Ehegatten.
(2) Der überlebende Ehegatte hat, wenn ein anteilsberechtigter Abkömmling minderjährig
ist, die Absicht der Wiederverheiratung dem Vormundschaftsgericht anzuzeigen, ein
Verzeichnis des Gesamtguts einzureichen, die Gütergemeinschaft aufzuheben und die
Auseinandersetzung herbeizuführen. Dies gilt auch, wenn die Sorge für das Vermögen
eines anteilsberechtigten Abkömmlings zum Aufgabenkreis eines Betreuers gehört. Das
Vormundschaftsgericht kann gestatten, daß die Aufhebung der Gütergemeinschaft bis zur
Eheschließung unterbleibt und daß die Auseinandersetzung erst später erfolgt.
§ 1494.
(1) Die fortgesetzte Gütergemeinschaft endet mit dem Tode des überlebenden Ehegatten.
(2) Wird der überlebende Ehegatte für tot erklärt oder wird seine Todeszeit nach den
Vorschriften des Verschollenheitsgesetzes festgestellt, so endet die fortgesetzte
Gütergemeinschaft mit dem Zeitpunkt, der als Zeitpunkt des Todes gilt.
§ 1495.
Ein anteilsberechtigter Abkömmling kann gegen den überlebenden Ehegatten auf Aufhebung
der fortgesetzten Gütergemeinschaft klagen,
1. wenn seine Rechte für die Zukunft dadurch erheblich gefährdet werden können, daß
der überlebende Ehegatte zur Verwaltung des Gesamtgutes unfähig ist oder sein Recht, das
Gesamtgut zu verwalten, mißbraucht;
2. wenn der überlebende Ehegatte seine Verpflichtung, dem Abkömmling Unterhalt zu
gewähren, verletzt hat und für die Zukunft eine erhebliche Gefährdung des Unterhalts zu
besorgen ist;
3. wenn die Verwaltung des Gesamtguts in den Aufgabenkreis des Betreuers des überlebenden
Ehegatten fällt;
4. wenn der überlebende Ehegatte die elterliche Sorge für den Abkömmling verwirkt hat
oder, falls sie ihm zugestanden hätte, verwirkt haben würde.
§ 1496.
Die Aufhebung der fortgesetzten Gütergemeinschaft tritt in den Fällen des § 1495 mit
der Rechtskraft des Urteils ein. Sie tritt für alle Abkömmlinge ein, auch wenn das
Urteil auf die Klage eines der Abkömmlinge ergangen ist.
§ 1497.
(1) Nach der Beendigung der fortgesetzten Gütergemeinschaft setzen sich der überlebende
Ehegatte und die Abkömmlinge über das Gesamtgut auseinander.
(2) Bis zur Auseinandersetzung bestimmt sich ihr Rechtsverhältnis am Gesamtgut nach den
§§ 1419, 1472, 1473.
§ 1498.
Auf die Auseinandersetzung sind die Vorschriften der §§ 1475, 1476, des § 1477 Abs. 1,
der §§ 1479, 1480 und des § 1481 Abs. 1, 3 anzuwenden; an die Stelle des Ehegatten, der
das Gesamtgut allein verwaltet hat, tritt der überlebende Ehegatte, an die Stelle des
anderen Ehegatten treten die anteilsberechtigten Abkömmlinge. Die in § 1476 Abs. 2 Satz
2 bezeichnete Verpflichtung besteht nur für den überlebenden Ehegatten.
§ 1499.
Bei der Auseinandersetzung fallen dem überlebenden Ehegatten zur Last:
1. die ihm bei dem Eintritte der fortgesetzten Gütergemeinschaft obliegenden
Gesamtgutsverbindlichkeiten, für die das eheliche Gesamtgut nicht haftete oder die im
Verhältnisse der Ehegatten zueinander ihm zur Last fielen;
2. die nach dem Eintritte der fortgesetzten Gütergemeinschaft entstandenen
Gesamtgutsverbindlichkeiten, die, wenn sie während der ehelichen Gütergemeinschaft in
seiner Person entstanden wären, im Verhältnisse der Ehegatten zueinander ihm zur Last
gefallen sein würden;
3. eine Ausstattung, die er einem anteilsberechtigten Abkömmling über das dem Gesamtgut
entsprechende Maß hinaus oder die er einem nicht anteilsberechtigten Abkömmlinge
versprochen oder gewährt hat.
§ 1500.
(1) Die anteilsberechtigten Abkömmlinge müssen sich Verbindlichkeiten des verstorbenen
Ehegatten, die diesem im Verhältnisse der Ehegatten zueinander zur Last fielen, bei der
Auseinandersetzung auf ihren Anteil insoweit anrechnen lassen, als der überlebende
Ehegatte nicht von dem Erben des verstorbenen Ehegatten Deckung hat erlangen können.
(2) In gleicher Weise haben sich die anteilsberechtigten Abkömmlinge anrechnen zu lassen,
was der verstorbene Ehegatte zu dem Gesamtgute zu ersetzen hatte.
§ 1501.
(1) Ist einem anteilsberechtigten Abkömmlinge für den Verzicht auf seinen Anteil eine
Abfindung aus dem Gesamtgute gewährt worden, so wird sie bei der Auseinandersetzung in
das Gesamtgut eingerechnet und auf die den Abkömmlingen gebührende Hälfte angerechnet.
(2) Der überlebende Ehegatte kann mit den übrigen anteilsberechtigten Abkömmlingen
schon vor der Aufhebung der fortgesetzten Gütergemeinschaft eine abweichende Vereinbarung
treffen. Die Vereinbarung bedarf der notariellen Beurkundung; sie ist auch denjenigen
Abkömmlingen gegenüber wirksam, welche erst später in die fortgesetzte
Gütergemeinschaft eintreten.
§ 1502.
(1) Der überlebende Ehegatte ist berechtigt, das Gesamtgut oder einzelne dazu gehörende
Gegenstände gegen Ersatz des Wertes zu übernehmen. Das Recht geht nicht auf den Erben
über.
(2) Wird die fortgesetzte Gütergemeinschaft auf Grund des § 1495 durch Urteil
aufgehoben, so steht dem überlebenden Ehegatten das im Absatz 1 bestimmte Recht nicht zu.
Die anteilsberechtigten Abkömmlinge können in diesem Falle diejenigen Gegenstände gegen
Ersatz des Wertes übernehmen, welche der verstorbene Ehegatte nach § 1477 Abs. 2 zu
übernehmen berechtigt sein würde. Das Recht kann von ihnen nur gemeinschaftlich
ausgeübt werden.
§ 1503.
(1) Mehrere anteilsberechtigte Abkömmlinge teilen die ihnen zufallende Hälfte des
Gesamtguts nach dem Verhältnisse der Anteile, zu denen sie im Falle der gesetzlichen
Erbfolge als Erben des verstorbenen Ehegatten berufen sein würden, wenn dieser erst zur
Zeit der Beendigung der fortgesetzten Gütergemeinschaft gestorben wäre.
(2) Das Vorempfangene kommt nach den für die Ausgleichung unter Abkömmlingen geltenden
Vorschriften zur Ausgleichung, soweit nicht eine solche bereits bei der Teilung des
Nachlasses des verstorbenen Ehegatten erfolgt ist.
(3) Ist einem Abkömmlinge, der auf seinen Anteil verzichtet hat, eine Abfindung aus dem
Gesamtgute gewährt worden, so fällt sie den Abkömmlingen zur Last, denen der Verzicht
zustatten kommt.
§ 1504.
Soweit die anteilsberechtigten Abkömmlinge nach § 1480 den Gesamtgutsgläubigern haften,
sind sie im Verhältnisse zueinander nach der Größe ihres Anteils an dem Gesamtgute
verpflichtet. Die Verpflichtung beschränkt sich auf die ihnen zugeteilten Gegenstände;
die für die Haftung des Erben geltenden Vorschriften der §§ 1990, 1991 finden
entsprechende Anwendung.
§ 1505.
Die Vorschriften über das Recht auf Ergänzung des Pflichtteils finden zugunsten eines
anteilsberechtigten Abkömmlinges entsprechende Anwendung; an die Stelle des Erbfalls
tritt die Beendigung der fortgesetzten Gütergemeinschaft, als gesetzlicher Erbteil gilt
der dem Abkömmlinge zur Zeit der Beendigung gebührende Anteil an dem Gesamtgut, als
Pflichtteil gilt die Hälfte des Wertes dieses Anteils.
§ 1506.
Ist ein gemeinschaftlicher Abkömmling erbunwürdig, so ist er auch des Anteils an dem
Gesamtgut unwürdig. Die Vorschriften über die Erbunwürdigkeit finden entsprechende
Anwendung.
§ 1507.
Das Nachlaßgericht hat dem überlebenden Ehegatten auf Antrag ein Zeugnis über die
Fortsetzung der Gütergemeinschaft zu erteilen. Die Vorschriften über den Erbschein
finden entsprechende Anwendung.
§ 1508.
(aufgehoben)
§ 1509.
Jeder Ehegatte kann für den Fall, daß die Ehe durch seinen Tod aufgelöst wird, die
Fortsetzung der Gütergemeinschaft durch letztwillige Verfügung ausschließen, wenn
er berechtigt ist, dem anderen Ehegatten den Pflichtteil zu entziehen oder auf Aufhe-
bung der Gütergemeinschaft zu klagen. Das gleiche gilt, wenn der Ehegatte berech-
tigt ist, die Aufhebung der Ehe zu beantragen, und den Antrag gestellt hat. Auf die
Ausschließung finden die Vorschriften über die Entziehung des Pflichtteils entspre-
chende Anwendung.
§ 1510.
Wird die Fortsetzung der Gütergemeinschaft ausgeschlossen, so gilt das gleiche wie im
Falle des § 1482.
§ 1511.
(1) Jeder Ehegatte kann für den Fall, daß die Ehe durch seinen Tod aufgelöst wird,
einen gemeinschaftlichen Abkömmling von der fortgesetzten Gütergemeinschaft durch
letztwillige Verfügung ausschließen.
(2) Der ausgeschlossene Abkömmling kann, unbeschadet seines Erbrechts, aus dem Gesamtgute
der fortgesetzten Gütergemeinschaft die Zahlung des Betrags verlangen, der ihm von dem
Gesamtgute der ehelichen Gütergemeinschaft als Pflichtteil gebühren würde, wenn die
fortgesetzte Gütergemeinschaft nicht eingetreten wäre. Die für den Pflichtteilsanspruch
geltenden Vorschriften finden entsprechende Anwendung.
(3) Der dem ausgeschlossenen Abkömmlinge gezahlte Betrag wird bei der Auseinandersetzung
den anteilsberechtigten Abkömmlingen nach Maßgabe des § 1500 angerechnet. Im
Verhältnisse der Abkömmlinge zueinander fällt er den Abkömmlingen zur Last, denen die
Ausschließung zustatten kommt.
§ 1512.
Jeder Ehegatte kann für den Fall, daß mit seinem Tode die fortgesetzte
Gütergemeinschaft eintritt, den einem anteilsberechtigten Abkömmlinge nach der
Beendigung der fortgesetzten Gütergemeinschaft gebührenden Anteil an dem Gesamtgute
durch letztwillige Verfügung bis auf die Hälfte herabsetzen.
§ 1513.
(1) Jeder Ehegatte kann für den Fall, daß mit seinem Tode die fortgesetzte
Gütergemeinschaft eintritt, einem anteilsberechtigten Abkömmlinge den diesem nach der
Beendigung der fortgesetzten Gütergemeinschaft gebührenden Anteil an dem Gesamtgute
durch letztwillige Verfügung entziehen, wenn er berechtigt ist, dem Abkömmlinge den
Pflichtteil zu entziehen. Die Vorschriften des § 2336 Abs. 2 bis 4 finden entsprechende
Anwendung.
(2) Der Ehegatte kann, wenn er nach § 2338 berechtigt ist, das Pflichtteilsrecht des
Abkömmlinges zu beschränken, den Anteil des Abkömmlinges am Gesamtgut einer
entsprechenden Beschränkung unterwerfen.
§ 1514.
Jeder Ehegatte kann den Betrag, den er nach § 1512 oder nach § 1513 Abs. 1 einem
Abkömmling entzieht, auch einem Dritten durch letztwillige Verfügung zuwenden.
§ 1515.
(1) Jeder Ehegatte kann für den Fall, daß mit seinem Tode die fortgesetzte
Gütergemeinschaft eintritt, durch letztwillige Verfügung anordnen, daß ein
anteilsberechtigter Abkömmling das Recht haben soll, bei der Teilung das Gesamtgut oder
einzelne dazu gehörende Gegenstände gegen Ersatz des Wertes zu übernehmen.
(2) Gehört zu dem Gesamtgut ein Landgut, so kann angeordnet werden, daß das Landgut mit
dem Ertragswert oder mit einem Preise, der den Ertragswert mindestens erreicht, angesetzt
werden soll. Die für die Erbfolge geltenden Vorschriften des § 2049 finden Anwendung.
(3) Das Recht, das Landgut zu dem in Absatz 2 bezeichneten Werte oder Preise zu
übernehmen, kann auch dem überlebenden Ehegatten eingeräumt werden.
§ 1516.
(1) Zur Wirksamkeit der in den §§ 1511 bis 1515 bezeichneten Verfügungen eines
Ehegatten ist die Zustimmung des anderen Ehegatten erforderlich.
(2) Die Zustimmung kann nicht durch einen Vertreter erteilt werden. Ist der Ehegatte in
der Geschäftsfähigkeit beschränkt, so ist die Zustimmung seines gesetzlichen Vertreters
nicht erforderlich. Die Zustimmungserklärung bedarf der notariellen Beurkundung. Die
Zustimmung ist unwiderruflich.
(3) Die Ehegatten können die in den §§ 1511 bis 1515 bezeichneten Verfügungen auch in
einem gemeinschaftlichen Testamente treffen.
§ 1517.
(1) Zur Wirksamkeit eines Vertrags, durch den ein gemeinschaftlicher Abkömmling einem der
Ehegatten gegenüber für den Fall, daß die Ehe durch dessen Tod aufgelöst wird, auf
seinen Anteil am Gesamtgute der fortgesetzten Gütergemeinschaft verzichtet oder durch den
ein solcher Verzicht aufgehoben wird, ist die Zustimmung des anderen Ehegatten
erforderlich. Für die Zustimmung gelten die Vorschriften des § 1516 Abs. 2 Satz 3, 4.
(2) Die für den Erbverzicht geltenden Vorschriften finden entsprechende Anwendung.
§ 1518.
Anordnungen, die mit den Vorschriften der §§ 1483 bis 1517 in Widerspruch stehen,
können von den Ehegatten weder durch letztwillige Verfügung noch durch Vertrag getroffen
werden. Das Recht der Ehegatten, den Vertrag, durch den sie die Fortsetzung der
Gütergemeinschaft vereinbart haben, durch Ehevertrag aufzuheben, bleibt unberührt.
§§ 1519 - 1557.
(aufgehoben)
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